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Das Herrenhaus und seine Geschichte
Die Geschichte des Herrenhauses (Auszug aus Wikipedia.de)
Foto: Wikipedia
Das 1761 als Residenz des Fayencen-Herstellers Georg Nikolaus
Lübbers errichtete Herrenhaus wurde von 2001 bis 2003 restauriert.
Auf dem Gutsgelände des Herrenhauses Stockelsdorf wurde vom
Gutsbesitzer Lübbers im Jahr 1772 eine Fayencen-Manufaktur
gegründet. Direktor wurde der sehr erfahrene Johann Georg
Buchwald, der bereits vorher in Eckernförde (1765) und Kiel (1768)
ähnliche Fabriken geleitet hatte. Die qualitätsvollen
Arbeiten der Stockelsdorfer Fayencemanufaktur sind teilweise heute noch
erhalten und im St.-Annen-Kloster wie im Behnhaus in Lübeck
ausgestellt, unter anderem ein Ofen. Wegen des großen
Widerstandes der Lübecker Töpfer und der einsetzenden Einfuhr
von billigem englischen Steingutes musste die Manufaktur bereits 1786
wieder geschlossen werden.
Nun, fast 250 Jahre später, nach dem Abschluss des Umbaus des
Stockelsdorfer Herrenhauses, kehren ein paar der seltenen
Schmuckstücke von früher, die man durch Zufall in diversen
Kunsthandlungen wiederentdeckt hatte, zurück. "Ein Stück
dieser Kunstgeschichte wird hier erlebbar", zeigte sich
Bürgermeisterin Brigitte Rahlf-Behrmann stolz über die
Dauerausstellung, die ab sofort im Foyer des ehemaligen Gutshauses zu
bewundern ist. Im Lübecker St.-Annen-Museum hatten die Kunstwerke
bisher ihren Platz gefunden, doch über den Ortswechsel zeigten die
Verantwortlichen nun besonders große Freude.
Vor rund 20 Jahren hatte die Gemeinde mit dem 25.000 Euro wertvollen
"Putto" den Grundstein für die Sammlung gelegt. Die
großzügige Unterstützung der Bluhme und Else Jebsen
Stiftung und der Fördergemeinschaft Herrenhaus machte eine
Erweiterung der Sammlung möglich. Zwei wertvolle Teller wurden der
Gemeinde als Dauerleihgabe von der Sparkasse zur Verfügung
gestellt.
Eröffnet wurde die Ausstellung nun von Dr. Ulrich Pietsch,
Direktor der Porzellansammlung der staatlichen Kunstsammlung Dresden,
der seit Jahren mit seinem Fachwissen den Aufbau der Sammlung
unterstützt. Mit einem anschließenden Vortrag über die
Geschichte der Manufaktur und Hintergrundinformationen zur Ausstellung
beeindruckte der Fayencenexperte die rund 50 Besucher.
"Wer einmal eine Fayence des 18. Jahrhunderts in Händen hält,
wird begreifen, welch einzigartiger Charme von solchen
unverwechselbaren Einzelstücken ausgeht, und er wird die fehlende
Perfektion ihrer Oberfläche, ihrer Form und ihres Dekors nicht als
einen Mangel, sondern als den Vorzug individueller Gestaltungskraft
empfinden", stellt Dr. Ulrich Pietsch in seinem Werk "Stockelsdorfer
Fayencen" seine Empfindung dar.
Und auch Brigitte Rahlf-Behrmann zeigte sich beeindruckt und versprach
für die Zukunft: "Wir werden versuchen, diese Ausstellung noch zu
erweitern und die Einmaligkeit dieser Stockelsdorfer Geschichte weiter
in den Mittelpunkt unserer Gemeinde zu rücken."
Als Herrenhäuser bezeichnet man die - ehemals oder heute noch
– von Landadel und Großgrundbesitzern bewohnten
Gebäude, soweit es sich dabei nicht um Schlösser handelt
– die Bezeichnungen werden jedoch häufig synonym, besonders
für große, künstlerisch gestaltete Anlagen benutzt. Im
eigentlich Sinne ist ein Herrenhaus ein adliges Gebäude, das nicht
durch den Landesherren bewohnt wird.
Quelle: Wikipedia

